POL-S: Demonstrationsgeschehen in Stuttgart – Polizei zieht vorläufige Bilanz

Stuttgart-Mitte/-Süd (ots)

Bei der Demonstration der Initiative „Gen Z regelt das“ am Samstag (31.10.2026) ist es im Verlauf des Nachmittags wiederholt zu Störungen und Straftaten gekommen. Die im Vorfeld teilweise befürchteten größeren Ausschreitungen gegenüber Unbeteiligten blieben nach bisherigen Erkenntnissen jedoch aus.

An der Demonstration beteiligten sich nach ersten Schätzungen rund 6000 Menschen. Die Versammlung begann gegen 14.00 Uhr auf der Planie. Anschließend setzte sich der Aufzug über die Hauptstätter Straße in Richtung Marienplatz in Bewegung.

Bereits zu Beginn zündeten einzelne Teilnehmer auf dem Schlossplatz pyrotechnische Gegenstände. Auch im weiteren Verlauf wurde wiederholt Pyrotechnik abgebrannt. Zudem vermummten sich einzelne Teilnehmer und versuchten wiederholt die vereinbarte Aufzugsstrecke zu verlassen. Der Aufzug musste deshalb mehrfach angehalten werden. Polizeibeamte forderten die Teilnehmer über Lautsprecher auf, sich an die vereinbarte Strecke zu halten, Vermummungen abzulegen und das Abbrennen von Pyrotechnik zu unterlassen.

Auf Höhe des Österreichischen Platzes verließ gegen 15.20 Uhr der gesamte Aufzug die vorgegebene Aufzugstrecke. Die Demonstrierenden zogen über die Paulinenbrücke in die Tübinger Straße und Eberhardstraße. Polizeibeamte begleiteten den Aufzug zurück über die B14 zum Marienplatz.

Entlang der Aufzugsstrecke kam es zu vereinzelten Sachbeschädigungen, darunter Graffiti. Zudem wurden drei brennende Mülleimer festgestellt, die gelöscht wurden.

Gegen 16.40 Uhr endete die Abschlusskundgebung auf dem Marienplatz und die Versammlungsleitung beendete die Versammlung. Nach dem Ende der Versammlung verblieb ein Großteil der Personen zunächst auf dem Platz.
Die Polizei forderte die Personen über Lautsprecher auf, sich in kleineren Gruppen zu entfernen. Daraufhin bewarfen einzelne Personen die Einsatzkräfte mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik, weshalb die Polizeibeamten Pfefferspray einsetzten.

Im Bereich der Tübinger Straße kam es auch nach dem Ende der Versammlung zu weiteren Störungen. Eine kleinere Personengruppe blockierte zeitweise die Fahrbahn. Zudem wurden Gegenstände gegen ein polizeiliches Einsatzfahrzeug geworfen sowie vereinzelt erneut Pyrotechnik gezündet und in Richtung von Polizeibeamten geworfen.

Im Zusammenhang mit der Versammlung registrierte die Polizei bislang fünf leicht verletzte Polizeibeamte, die ihren Dienst dennoch fortsetzen konnten und nach derzeitigem Stand rund 50 Straftaten. Neben den oben genannten Straftaten zum Nachteil von Polizeibeamten waren es größtenteils versammlungstypische Straftaten wie Vermummung und das Zünden von Pyrotechnik. Zudem kam es zu vereinzelten Sachbeschädigungen.

Polizeibeamte nahmen mehrere tatverdächtige Personen vorläufig fest und leiteten Ermittlungsverfahren ein.

„Wir haben uns intensiv auf die Versammlung und unterschiedliche Szenarien vorbereitet. Auch wenn wir im Verlauf des Nachmittags wiederholt einschreiten mussten, sind größere Ausschreitungen ausgeblieben. Das ist zunächst eine erfreuliche Nachricht für die Menschen in Stuttgart. Gleichzeitig blicken wir sehr kritisch auf die Geschehnisse, bei denen Polizeibeamte angegriffen und verletzt wurden und werden alle festgestellten Straftaten konsequent verfolgen.“, sagte Einsatzleiter Sven Werbitzky.

Auch nach dem Ende der Versammlung bleibt die Stuttgarter Polizei mit starken Kräften in der Innenstadt präsent. Insbesondere mit Blick auf die Halloweennacht werden die Einsatzkräfte die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten und bei möglichen Störungen oder Straftaten konsequent einschreiten.
Die Ermittlungen zu den einzelnen Vorfällen dauern an.

Stand: 22.20 Uhr

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